Veranstaltung der Regionalgruppe Berlin-Brandenburg

Liebe Freunde und Mitglieder des Dietrich-Bonhoeffer-Vereins und der Regionalgruppe Berlin-Brandenburg,

Wir wollen nicht im Vereinsmeierischen versinken. Der Verein, der sich auf Dietrich Bonhoeffer beruft, versucht die Gedanken seiner Mitglieder aufzugreifen, er greift brennende Fragen unserer Zeit auf und lässt sich durch die Gedanken und das Leben Dietrich Bonhoeffers herausfordern, schnelle und bequeme Antworten (wenn überhaupt, dann) nicht vorschnell zu akzeptieren. Gesellschaftliche Gerechtigkeit ist dabei eine dauerbrennende Herausforderung. In diesen Zeiten der Nachrüstung und der atomaren Wahnsinnsrüstung, sowie des Ausbaus neuer und alter Feindbilder vor allem im Osten, aber genauso auch in der islamisch geprägten Welt, ist Bonhoeffer so aktuell wie fast nie, aktueller aber sind wir mit seinen Gedanken im Gepäck auf der aktiven und politischen Suche nach Frieden.

Am Donnerstag, 21.2.2019 haben wir von 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr im Rahmen unseres regulären Treffens im Schleiermacherhaus in Berlins Taubenstraße 3 die Gelegenheit dazu.

Antje Heider-Rottwilm wird als Gast bei uns sein.

Antje Heider-Rottwilm lernte ich vor vielen Jahren als Studentenpfarrerin kennen. Später, ich war längst nicht mehr an der Uni und mit den Studierenden tätig, begegnete sie mir kurz wieder als Oberkirchenrätin in der EKD, wo sie u.a. für die deutschen Gemeinden im europäischen Ausland zuständig war.

Mein Vorurteil gruppierte sie in jene Gruppe der Schwestern und Brüder ein, die kirchenamtlich Karriere machen wollten und deswegen einen dafür tauglichen Arbeitsplatz in der EKD gesucht und gefunden hatten. Inzwischen Pensionär geworden, traf ich sie in Berlin wieder, und irgendwie kamen wir ins Gespräch. Jetzt erst lernte ich sie wirklich kennen und musste prompt alle aus der Erfahrung mit der EKD erwachsenen Vorurteile über Bord werfen. Auch in ihrer Position in der EKD engagierte sie sich friedenspolitisch, wie z. B. im Jugoslawienkrieg, wo sie – mitten in den verhärteten, sich in Deutschland ausbreitenden antiserbischen Sentimenten – Begegnungen mit der serbisch-orthodoxen Kirche und Christen anderer Kirchen aus Jugoslawien organisierte, immer entlang der Wege, auf denen sich um Frieden zu bemühen war. Sie war und ist Mitglied im Laurentiuskonvent in Wethen (eine der herausragenden Adressen der deutschen und internationalen Friedensbewegung!) , hat einige Jahre mit ihrer gesamten Familie im Rahmen dieses Konvents und in Hamburg kommunitär gelebt, ist Vorstandsvorsitzende von „Church and Peace“, einer ökumenisch-internationalen Friedensorganisation, in der verschiedene christliche Friedensgruppen und -organisationen, aber auch Einzelpersonen gemeinsam für den Frieden gewaltlos aufstehen.

Nach der EKD-Zeit wurde sie zum „Gesicht“ der „Brücke“, des Ökumenischen Forums in der Hamburger HafenCity. Gemeinsam mit Euch und Ihnen könnte dieser Abend herausfordernd und spannend, vielleicht sogar ein Abend, versehen mit realen Konsequenzen für die nächsten Monate werden.

Sie wird ein etwa dreißigminütiges Referat halten und dann für das folgende hoffentlich intensive Gespräch zur Verfügung stehen.

Pfr. i.R. Konrad Knolle