Veranstaltung der Regionalgruppe Berlin-Brandenburg

Wichtiger Hinweis:
Wegen eines bedauerlichen Todesfalles muss die Veranstaltung mit Dr. theol. Clemens Wustmann (HU) leider verschoben werden. Der neue Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben.

Stattdessen behandeln wir an diesem Abend das Thema Gewalt mit dem Titel:

"Dietrich Bonhoeffer und die Frage der Gewalt – sein Dissens mit seinem französischen Freund, dem Pazifisten Jean Lasserre"

Ort: Schleiermacher-Haus in der Taubenstraße 3

Zeit: Donnerstag, 14. Juni 2018, 19:00 Uhr

Horsta Krum wird uns in das Thema einführen. Sie kannte Lasserre und kennt seine Familie persönlich. Sie hat sich intensiv mit diesem Dissens auseinandergesetzt.

Dies ist ein probates Alternativ-Thema. Wir haben es in diesen Tagen wieder mit erheblichen Aufrüstungsbemühungen der Bundesregierung und der Militärindustrie zu tun, ein Thema, was sich dann in einer unserer nächsten Sitzungen anschließen sollte. Unter dem Druck nicht nur Trump'scher NATO-Politik, der 2%-Forderung und der mit Russland gegebenen, vielleicht auch nur produzierten Feindbilder, die auf alten Vorbildern ruhen, wird uns die Aufrüstungspolitik als "Normalität" verkauft. Kriegsmöglichkeiten werden Kriegswahrscheinlichkeiten. Kommen wir in eine Situation, in der wir nun endlich die "klare pazifistische Kante" zeigen müssen, um nicht in eine wachsende Spirale von Gewalt- und Kriegsphantasien von Politik und Kriegsindustrie hineingezogen zu werden? Müssen nicht sowohl die Pazifisten als auch die Kriegsgegner (die nicht zwangsläufig auch Pazifisten sind!) schon jetzt eines Sinnes werden und gegen die fortgesetzte Aufrüstung angehen?

Vorschau (Termin noch odffen)

Thema: Kirche als Ort der Versöhnung – Bedeutung und Rezeption der Theologie Dietrich Bonhoeffers in Ruanda

Referent: Dr. theol. Clemens Wustmann (HU),

Am 6. April 1994 begann in Ruanda der Völkermord an den Tuitsi, der bis Mitte Juli 1994 andauerte. Circa 800.000 bis 1.000.000 Menschen wurden ermordet. Die niedrigsten Schätzungen gehen von mindestens 500.000 Toten aus. In annähernd 100 Tagen töteten Angehörige der Hutu-Mehrheit etwa 75 Prozent der in Ruanda lebenden Tutsi-Minderheit sowie moderate Hutu, die sich am Völkermord nicht beteiligten oder sich aktiv dagegen einsetzten

Im Verlauf und im Nachgang der Ereignisse wurden die Vereinten Nationen (UN) und Staaten wie die USA, Großbritannien und Belgien wegen ihrer Untätigkeit kritisiert. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, aus welchen Gründen eine frühzeitige humanitäre Intervention nicht erfolgte, beziehungsweise warum die vor Ort stationierten Friedenstruppen der Vereinten Nationen, die United Nations Assistance Mission for Rwanda (UNAMIR), bei Ausbruch der Gewalt nicht gestärkt, sondern verkleinert wurden. Gegen Frankreich wurde überdies der Vorwurf erhoben, sich an den Verbrechen beteiligt zu haben. Auch die Kirchen Ruandas sind in diesem Völkermord teilweise der direkten Mittäterschaft schuldig.

Der Völkermord in Ruanda erzeugte darüber hinaus erhebliche regionale Probleme. Nachdem die RPF die Hutu-Machthaber vertrieben, damit den Völkermord beendet und eine neue Regierung gebildet hatte, flohen im Sommer 1994 hunderttausende Hutu in den Osten von Zaire (heute Demokratische Republik Kongo). Unter den Flüchtlingen waren viele Täter, die anschließend zur Wiedereroberung Ruandas rüsteten. Die ruandische Armee nahm diese Aktivitäten mehrfach zum Anlass, um im westlichen Nachbarland zu intervenieren.

  • Wie kann dort heute eine Versöhnung stattfinden?
  • Welche Rolle kommt dabei den Kirchen Ruandas und der Ökumene zu?
  • Können Bonhoeffers Gedanken Ansätze für die Versöhnungsarbeit in einem ost-afrikanischen Land mit einer ganz anderer Kultur als der Westeuropäischen bieten?

Einen z.T. recht guten und mehrfach ausgezeichneten Beitrag zu Ruanda und den Völkermord kann man unter dem folgendem Link finden:

https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord_in_Ruanda

Unser Referent, Dr. theol. Clemens Wustmann ist an der Versöhnungsarbeit in Ruanda beteilig.