Einladung zur Tagung in Butzbach/Nieder-Weisel vom 17.-19.09.2021

Zu „Corona“ war seitens der Kirchen und der Theologie kaum ein klares wegweisendes „Wort zu den brennenden Fragen des natürlichen Lebens“ zu hören, wie es Dietrich Bonhoeffer 1940 angesichts der u. a. medizinethischen Herausforderungen seiner Zeit forderte.

1. Woran liegt das? 2. Welche Auswirkungen hat die allgemein feststellbare Sprachlosigkeit oder auch Sprachkonfusion angesichts der pandemischen Erfahrungen für den gesellschaftlichen Umgang mit einer derartigen Krise? 3. Gibt es im Bereich der Theologie und der christlichen Ethik, wie Bonhoeffer sie skizzierte, sowie auf der geistigen Grundlage unserer Verfassung Alternativen zur Sprachlosigkeit bzw. zur babylonischen Sprachverwirrung?

Politiker und Politikerinnen sind gefordert, Entscheidungen sachgerecht zu treffen auf deren Umsetzung zu bestehen. Der Ruf nach „unbürokratischem“ Pragmatismus in der Krise geht u. U. auf Kosten ausführlicher Diskussion und demokratischer Beteiligungsformen.

Die von politisch extremistischen Seiten unterwanderten und missbrauchten sogenannten „Querdenker“-Demos haben vor Augen geführt, dass die gesellschaftliche Debatte über Fragen von Leben und Tod, Grundwerte, Freiheit und Verantwortung kaum geübt ist. Abwehrhaltungen, Schuldzuweisungen und Verschwörungsfantasien dominieren. Demagogen haben leichtes Spiel. Muss und darf der christliche Glaube in dieser Situation den Anspruch aufgeben, etwas Vernünftiges zu „sagen“ zu haben? Mit Bonhoeffer ginge es um eine umfassende Wirklichkeitsdeutung, die den Menschen in die Lage versetzt, vernünftig zu denken und zu handeln. Wir wollen dem mit diversen Annäherungen nachgehen.