Predigt von Pfarrer Dr. Bernd Vogel am 14. Sonntag nach Trinitatis Grunewaldkirche Berlin

[Kanzelgruß]

„Dankbarkeit“ ist das Thema dieses Sonntags. So sind Lieder und Texte. So ist der Predigttext:

Zu der Zeit wirst du sagen: Ich danke dir, HERR! Du bist zornig gewesen über mich. Möge dein Zorn sich abkehren, dass du mich tröstest. 2 Siehe, Gott ist mein Heil, ich bin sicher und fürchte mich nicht; denn Gott der HERR ist meine Stärke und mein Psalm und ist mein Heil. 3 Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Brunnen des Heils. 4 Und ihr werdet sagen zu der Zeit: Danket dem HERRN, rufet an seinen Namen! Machet kund unter den Völkern sein Tun, verkündiget, wie sein Name so hoch ist! 5 Lobsinget dem HERRN, denn er hat sich herrlich bewiesen. Solches sei kund in allen Landen! 6 Jauchze und rühme, die du wohnst auf Zion; denn der Heilige Israels ist groß bei dir! Jesaja 12,1-6

Zu der Zeit wirst du sagen: Ich danke dir, HERR! Du bist zornig gewesen über mich. Ist das gefährliche, vergiftete Gottesrede? Dankbar für Zorn „über mich“? Schwarze Pädagogik? Wie hören wir diesen Satz? Wie sollen wir das Ganze verstehen?

Aus den Jahren 1938 und 1939 gibt es von Dietrich Bonhoeffer Aufzeichnungen zu „Übungen“ über biblische Begriffe, wie er sie in den illegalen sogenannten Sammelvikariaten mit den Kandidaten des Predigtamtes abhielt. Ein Thema lautete „Dankbarkeit“ (DBW 15, 384 ff.). Darin wird Jesaja 12,1 als „Vergleich“ zu Psalm 118,21 hinzugenommen, welcher Vers in Bonhoeffers Bibel-Ausgabe lautet: „Ich danke dir, daß du mich demütigest und hilfest mir.“ Bonhoeffers Satz im Ganzen lautet: „Dank für Demütigung [Psalm] 118,21 vgl. Jes 12,1“.

Noch einmal: Wer von uns wäre könnte Gott, dem HERRN, danken, dass Gott „zornig“ gewesen sei über „mich“? Und was „hülfe“ uns der „Zorn“ Gottes? In einer „Betrachtung“ Bonhoeffers „von der Dankbarkeit der Christen“, datiert auf den 26.7.1940, lesen wir:

„Dankbarkeit entspringt nicht aus dem eigenen Vermögen des menschlichen Herzens, sondern nur aus dem Worte Gottes. Dankbarkeit muß darum gelernt und geübt werden. Jesus Christus ist der erste und letzte Grund aller Dankbarkeit. Er ist das Geschenk vom Himmel, das kein Mensch sich nehmen konnte, in welchem uns die Liebe Gottes leibhaftig begegnet. Allein in Jesus Christus können wir Gott danken (Röm 7,25). In Jesus Christus gibt Gott uns alles. Dankbarkeit sucht über der Gabe den Geber. Sie entsteht an der Liebe, die sie empfängt. Erst wenn sie zur Liebe Gottes durchgestoßen ist, ist sie am Ziel. Dann aber wird sie selbst zur Quelle der Liebe zu Gott und den Menschen. Dankbarkeit ist demütig genug, sich etwas schenken zu lassen. Der Stolze nimmt nur, was ihm zukommt. Er weigert sich, ein Geschenk zu empfangen. [...] Der Dankbare weiß, daß ihm von Rechts wegen nichts Gutes zukommt, er läßt aber die Freundlichkeit Gottes über sich walten und wird durch unverdiente Gnade noch tiefer gedemütigt (Röm 2,4). Dem Dankbaren wird alles zum Geschenk, weil er weiß, daß es für ihn überhaupt kein verdientes Gut gibt. [...] In der Dankbarkeit kehrt jede Gabe verwandelt in ein Dankopfer zu Gott zurück, von dem sie kam“ (DBW 16,490).

Hitler steht auf dem Höhepunkt seiner Macht. Deutsche Truppen haben große Teile Westeuropas inklusive Frankreichs besetzt. Dietrich Bonhoeffer ist an der Ausübung jeglicher kirchlichen Tätigkeit gehindert. Er ist eingeweiht in die konspirativen Pläne seines Schwagers Hans von Dohnanyi und arbeitet er „offiziell“ für den Geheimdienst von Hitlers Armee. In den Häusern Bonhoeffer, Dohnanyi, Schleicher, Delbrück, Perels, Harnack ist man sich der äußerst schwierigen Situation bewusst. In dieser Zeit ist die Begeisterung für den „Führer“ und mittlerweile auch für seinen bisher siegreichen Krieg so groß, dass die Aussichten für einen Erfolg versprechenden Umsturz trübe sind. Das Momentum der Geschichte ist für einen Umsturz verpasst. Der Krieg, das Morden nimmt seinen Lauf. Wann wird der Zeitpunkt wiederkommen, in dem der Widerstand es erneut wagen muss?

Diese Hintergründe müssen wir mitschwingen lassen, wenn wir Bonhoeffer verstehen wollen: „Dank für Demütigung [Psalm] 118,21 vgl. Jes 12,1“ bzw.: „Der Dankbare weiß, daß ihm von Rechts wegen nichts Gutes zukommt, er läßt aber die Freundlichkeit Gottes über sich walten und wird durch unverdiente Gnade noch tiefer gedemütigt (Röm 2,4). Dem Dankbaren wird alles zum Geschenk, weil er weiß, daß es für ihn überhaupt kein verdientes Gut gibt. [...] In der Dankbarkeit kehrt jede Gabe verwandelt in ein Dankopfer zu Gott zurück, von dem sie kam.“ Die „Freundlichkeit“ Gottes gilt auch dem, dem „von Rechts wegen nichts Gutes zukommt“. Bonhoeffer meint das konkret und zugleich rechtfertigungstheologisch in der Spur von Paulus und Luther: Allein aus Gnade leben wir (boch). Allein aus Gnade ist uns das Leben geschenkt, darin Freiheit und Gestaltungskraft.

Das Wort von der „Demütigung“ im Zusammenhang mit „Dankbarkeit“ taucht in den Jahren 1938/39 und 1940 zwei Mal im gleichen Sinn auf. Den „Zorn Gottes“ aus unserem Predigttext müssen wir noch dazu nehmen und vor allem Bonhoeffers betonte Rede von Jesus Christus; und so erhellt ein Gedanke den anderen:

„Dankbarkeit entspringt nicht aus dem eigenen Vermögen des menschlichen Herzens, sondern nur aus dem Worte Gottes.“ Das heißt einfach und erfahrungsbezogen und für jede und jeden nachvollziehbar: Ihr macht es euch unnötig schwer, wenn ihr meintet, Dankbarkeit sei eine Pflicht oder eine Tugend. Niemand wird von Herzen dankbar, weil er oder sie gelernt hat, dass man „Danke, liebe Tante!“ sagt (resp. „Danke, lieber Onkel!“).

Höflichkeit hatten die Bonhoeffer-Kinder allerdings gelernt, aber eben auch Ehrlichkeit und „intellektuelle Redlichkeit“, wie Dietrich Bonhoeffer sie insbesondere von Vater Karl gelernt hatte. Wer intellektuell redlich ist und menschlich ehrlich, weiß auch heute: Dankbar ist kein Mensch auf Befehl. Dankbar ist man nicht, weil es sich so gehört. Dankbar kann man sein für ein Geschenk, meistens für ein unerwartetes, ein von Herzen kommendes, ein im hohen Maße hilfreiches, besonderes, ein Geschenk, das einem das eigene Leben in irgendeinem Sinne von Grund auf reich und herrlich macht!

So erfuhren es die Bonhoeffer-Kinder zuhause bei Mutter Paula und der Kinderfrau „Fräulein“ Horn nicht weit von hier in der Wangenheimstraße in dem herrlichen Haus und dem damals noch herrlicheren Garten. „Von guten Mächten wunderbar geborgen ...“ ist hier seelisch begründet worden. Stellt euch einmal 5 Minuten bewusst vor dieses Haus und lest eine der Erinnerungen von Dietrichs Schwestern Susanne Dress oder Sabine Leibholz-Bonhoeffer dazu. Es ist einem, als könnte man das Lachen der Kinder, ihr Spielen und Musizieren noch nachklingen hören. „Von guten Mächten ...“

„Dankbarkeit entspringt nicht aus dem eigenen Vermögen des menschlichen Herzens, sondern nur aus dem Worte Gottes.“ Als Dietrich sich entschlossen hatte, Theologie zu studieren und Pastor zu werden, nahm er all seine Kindheitserfahrungen, die guten und auch die zuweilen bedrückenden, mit in sein weiteres Leben. Seine theologische Dissertation zur „Sanctorum Communio“, zur Kirche als der „Gemeinschaft der Heiligen“ war vieles mehr, aber auch seine gedankliche Vertiefung der Erfahrung von „Gemeinschaft“, wie er sie als kleiner Junge in Breslau, ab 1912 in Berlin, ab 1913 in der Wangenheimstraße hier in Grunewald, erlebt hatte. Auch noch der berühmte Satz aus den Gefängnisbriefen „Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist“, ist weniger ein kirchliches Programm, eher der Hinweis auf den Grund der Kirche, auf ihr „Wesen“, wie man früher leichter sagte als heute. Grund und Wesen der Kirche, dieser besonderen Gemeinschaft, ist niemand anders als allein Jesus Christus „für uns“ (für „andere“). Das war Bonhoeffer 1931 so klar wie 1938 wie 1940 wie noch 1944 und 1945. Er hat bei aller Enttäuschung über seine Kirche an ihr festgehalten, weil er an ihrem Grund und Wesen unbedingt festhalten wollte und musste.

„Jesus Christus ist der erste und letzte Grund aller Dankbarkeit. Er ist das Geschenk vom Himmel, das kein Mensch sich nehmen konnte, in welchem uns die Liebe Gottes leibhaftig begegnet. Allein in Jesus Christus können wir Gott danken (Röm 7,25) [...]. Der Dankbare weiß, daß ihm von Rechts wegen nichts Gutes zukommt, er läßt aber die Freundlichkeit Gottes über sich walten und wird durch unverdiente Gnade noch tiefer gedemütigt (Röm 2,4).“

Die „tiefe“ „Demütigung“ war für Bonhoeffer weder masochistisch gedacht noch schwarze Pädagogik Gottes. Es wäre absurd Bonhoeffer derart misszuverstehen. Die „Demütigung“ nach dem Psalmwort oder auch der „Zorn“ Gottes nach Jesaja 12,1 ... sie bestehen gerade nicht in der Verletzung und Vernichtung des Menschen etwa zugunsten eines herrschafts- und rachsüchtigen „Gottes“, sondern umgekehrt: Gott selbst „demütigt“ sich am Kreuz Jesu bis zum schmachvollen und „gottlosen“ Tod. Hier allein erkennt Bonhoeffer den abgründigen Grund der universalen Liebe Gottes des Vaters im Sohn durch den Heiligen Geist. Und hier nun ist der Mensch von sich selbst befreit, von aller Todesangst und Sündenangst, von eingebildeter und von wirklicher Schuld. Hier, mit Blick auf Gott im Menschen Jesus, an der Krippe, am Kreuz, in der Herrlichkeit von Ostern, wird der Mensch zum Menschen: von Grund auf frei, froh und ... dankbar.

In der Dankbarkeit empfängt der Mensch sich selbst aus Gottes Hand. Das zu glauben und zu denken, muss geübt werden, meinte Bonhoeffer. Der Glaube ist ein Geschenk Gottes. Der Gebrauch dieses Geschenkes aber ist Sache des Menschen. Das wissen auch „meine“ Konfirmanden und Konfirmandinnen. Und das wisst ihr hier in der Grunewald-Gemeinde sicher auch: Wie die Dankbarkeit kann man sich auch den Glauben nicht befehlen oder auch nur einreden. Man kann aber sich mit ihm befassen, etwas ausprobieren. Man kann sich etwas gesagt sein lassen. Man kann sich den Glauben schenken lassen. „Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen ...“

Der Glaube sei eher ein „Widerfahrnis“ als ein „Erlebnis“, sagt der Theologe Ingolf Ulrich Dalferth. Ich meine, Bonhoeffer hätte dem zugestimmt. Man kann „glauben lernen“, schrieb Bonhoeffer am 21. Juli 1944, indem man darauf „verzichtet“, aus sich selbst etwas zu „machen“, indem man sich – glaubend und zweifelnd, etwas wissend und vieles fragend – Gott in die Arme wirft.

Dieses von Bonhoeffer klein geschriebene „glauben lernen“ ist eine existenzielle Bewegung, eine Art des Lebens und hat mit einer festen Dogmatik, gar mit einer Ideologie, einer festen Meinung von den Dingen dieser Welt, nichts zu tun.

Wir leben in einer gesellschaftlich zum Zerreißen angespannten Zeit. Christen und Christinnen sollten die Fähigkeit entwickeln, in der Nachfolge Jesu zu leben und d. h. praktisch: wachsam, im Augenblick, offen für das, was mir und dir und uns je heute begegnet und aufgegeben ist.

Wir erleben das Gegenteil in fast jeder Talk-Sendung im Fernsehen und in den sogenannten „sozialen Medien“. Lauter Besserwisser und Ideologen ihrer eigenen „Wahrheit“. Die Momente sind selten, in denen im echten Gespräch der eine der anderen sagt: So habe ich das noch gar nicht gesehen! Sie bringen mich auf eine neue Idee! Sie verändern meinen Blickpunkt. Genau solch flexibles, begegnungsoffenes Denken finden wir aber in vielen Texten der Bibel und auch bei Dietrich Bonhoeffer. Nicht Selbstrechtfertigung, nicht Recht-Haben gegen die anderen, sondern Gottes Gerechtigkeit und Gottes Wahrheit als Geschenk empfangen, macht den Menschen frei und auch stark, meinte Bonhoeffer: „In Jesus Christus gibt Gott uns alles. Dankbarkeit sucht über der Gabe den Geber. Sie entsteht an der Liebe, die sie empfängt. Erst wenn sie zur Liebe Gottes durchgestoßen ist, ist sie am Ziel.“

Im Grunde ist schon viel gesagt zu Jesaja 12. Schauen wir noch mal hinein in den Text des Propheten 2600 Jahre vor Bonhoeffer:

Zu der Zeit wirst du sagen: Ich danke dir, HERR! Du bist zornig gewesen über mich. Möge dein Zorn sich abkehren, dass du mich tröstest. 2 Siehe, Gott ist mein Heil, ich bin sicher und fürchte mich nicht; denn Gott der HERR ist meine Stärke und mein Psalm und ist mein Heil. 3 Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Brunnen des Heils. 4 Und ihr werdet sagen zu der Zeit: Danket dem HERRN, rufet an seinen Namen! Machet kund unter den Völkern sein Tun, verkündiget, wie sein Name so hoch ist! 5 Lobsinget dem HERRN, denn er hat sich herrlich bewiesen. Solches sei kund in allen Landen! 6 Jauchze und rühme, die du wohnst auf Zion; denn der Heilige Israels ist groß bei dir!

„Zu der Zeit“ ... wann wird das sein? Für Jesaja war es die Vision eines freien Israels, in dem sich der HERR herrlich bewiesen haben wird. Die Feinde sind überwältigt. Mehr noch: Von Zion wird Weisung für die Völker ausgehen. Sie werden nicht mehr lernen Krieg zu führen. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden. Dann wird man in der ganzen Welt erkennen, dass Gott „ist“ und Gott „handelt“ und Gott die Menschen und Völker befreit und erlöst, auf dass „Schalom“ sei und nicht Krieg, die Wahrheit gelte und nicht Propaganda und Lüge, Gerechtigkeit und nicht soziales Unrecht und Gewalttat.

„Zu der Zeit“, in der Zukunft, wird Israel – denn um Individuen geht es hier nur in zweiter Linie, in erster Linie um das Volk Gottes, um Israel – Gott danken. Es wird einsehen, dass Gottes „Zorn“ über sein Volk gerecht war, sein musste, um zum Besseren, um zum Guten zu führen, um das Volk zu Gott zu kehren. Dann aber: „Möge dein Zorn sich abkehren, dass du mich tröstest“. Jesaja sieht das Volk Gott, den HERRN, anflehen um Abkehr von seinem – wenn auch gerechten – „Zorn“, dass er selbst – Gott – sein Volk tröste wie Vater und Mutter ihre Kinder trösten können und trösten sollen.

Es bleibt für uns heute und für uns als Christen und Christinnen die Spannung zwischen dem Ersten oder auch – wie wir meistens noch sagen – dem „Alten“ Testament und dem „Neuen“ Testament. Israel kann sich bis heute nicht vorstellen, dass „Adonai“ („mein Herr“) einen einzigartigen „Sohn“ haben sollte, der dann am Kreuz einer ungläubigen und gewalttätigen politischen Macht, durch die Verfügung eines Pontius Pilatus, zum Heil der Welt sterben musste.

Bonhoeffer hat je später, je klarer, erkannt, dass hier eine Lücke bleibt zwischen den Glaubensweisen der Juden und der Christen, zwischen Israel und der Kirche. Er hat zu seiner Zeit und weil man ihm sein Leben nahm, noch keine „Theologie nach der Schoa“ formulieren können. Doch es gibt Ansätze dazu. Der wichtigste ist Bonhoeffers zentraler Gedanke in den Gefängnisbriefen:

Gott geht ganz ins Leiden der Welt hinein. Bonhoeffer spricht vom „messianischen Leiden“: Gott verwickelt sich mit dem menschlichen und außermenschlichen Leiden – so sehr, dass man meinen könnte, Gott selbst sei „tot“, Gott selbst sei am Kreuz ein für alle Mal gestorben und verschwunden aus Welt und Wirklichkeit. Das aber meinte Bonhoeffer überhaupt nicht. Gottes Trost für die leidenden Menschen besteht darin, dass er gerade als der Menschgewordene und Gekreuzigte der Menschen Stärke und Psalm und Heil ist. Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Brunnen des Heils, heißt es bei Jesaja.

So bibelfest wie Bonhoeffer sind die meisten von uns nicht. Und jede von uns hat ihren eigenen Weg beim „glauben lernen“. Welche „Brunnen des Heils“ kennen also Sie, kennt ihr? Was macht euch dankbar? Was lässt euch Gottes Lob singen? Dass es mit uns noch nicht „aus“ ist, wie die Bibel sagt? Es wäre wahrhaftig ein Grund zum Danken.

Dass wir noch Zeit haben, immer noch Zeit und den heran dräuenden Katastrophen zum Trotz? Dass wir selbst mit enormen Preissteigerungen und mit Mangelsituation diesen Herbst und Winter überleben werden, 1000mal wahrscheinlicher und besser als Menschen anderswo auf der Welt? Dass das Leben hier in Berlin im Grunewald für die allermeisten von Ihnen, damals zu Bonhoeffers Zeit und heute, mehr als annehmbar bleibt, dass Hilfe möglich und zum Teil nahe ist? Und nun – mit Bonhoeffers Vertiefung – dass wir zu IHM gehören, zu Jesus Christus, dass uns mit ihm „alles“ geschenkt ist?

Bonhoeffer meinte das wörtlich. „Alles“, alles Wesentliche, alles, nicht alle unsere Wünsche, aber alles, was uns unser Leben erfüllt und was uns zu Gott führt. Lassen wir in Partnerschaft mit Israel die Lücke stehen, dürfen wir nicht bloß mit Bonhoeffer vom „Zion“ zur „Kirche“ kommen und das Wort aus dem Buch Jesaja auf uns beziehen:

Jauchze und rühme, die du wohnst auf Zion; denn der Heilige Israels ist groß bei dir!